Seit Inkrafttreten des Psychotherapeutengesetzes im Jahr 1999 gehört die Psychotherapie, die von Psychologischen Psychotherapeuten oder ärztlichen Psychotherapeuten durchgeführt wird, zum Pflichtleistungskatalog der Krankenkassen. Die Krankenkassen übernehmen dabei die Kosten für eine Verhaltenstherapie, eine Psychoanalyse oder eine Tiefenpsychologisch-fundierte Psychotherapie.
Grundsätzlich sind die Krankenkassen, d.h. die Primärkassen (z.B. AOK, IKK, BKK,..), die Ersatzkassen (z.B. TK, BEK, DAK,...) und die privaten Krankenversicherungen sowie die Beihilfestelle verpflichtet, bei Vorliegen einer seelischen Erkrankung die Kosten der Psychotherapie zu übernehmen. Eine Psychotherapie ist jedoch eine genehmigungspflichtige medizinische bzw. psychologische Behandlung, die vor Beginn der Psychotherapie bzw. während der ersten 5 Sitzungen bei den Krankenkassen (privat oder gesetzlich) beantragt werden muss. Aus diesem Grund stehen zu Beginn der Psychotherapie zunächst 5 sog. probatorische Sitzungen zur Verfügung, in denen die Indikation für eine Psychotherapie (Diagnostik, Anamnese, Therapieziele, Therapieplan) festgestellt wird und geprüft wird, ob eine vertrauensvolle Beziehung zwischen dem Patienten und dem Psychotherapeuten möglich ist.

Krankenkassen übernehmen in der Regel die Kosten für eine Einzelpsychotherapie bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen oder eine Gruppenpsychotherapie. Die Kosten für Paartherapien oder Familientherapien werden in der Regel nicht von den Krankenkassen übernommen, sondern müssen selbst getragen werden.
Eine Therapiestunde dauert 50 Minuten